Weltmeisterschaft in Daugavpils/Lettland

03.12.2013.10:37

Hier meine Berichte vom ersten Tag zum letzten Tag von oben nach unten...

viel Spaß beim lesen!

Die ersten Matches:

Elvis lebt!
In meinem ersten Match in Lettland bei der Amateur-WM durfte ich gegen einen Letten spielen der tatsächlich Elvijs heißt… sieht aber nicht so aus und ob er singen kann weiß ich nicht denn er hatte nicht viel Grund zum singen.
Kurz vor meiner Reise hierher habe ich etwas sehr interessantes von einem Will Smith-Film gelernt. In dem Film sagt er „Angst ist nicht real – es ist nur eine Reaktion auf die Vorstellung einer möglichen Zukunft!“. Und irgendwie ging mir da ein Licht auf. Oft gehe ich in Stöße und habe vorher schon Angst zu verschießen oder mich zu verstellen oder oder oder… da gibt es viele Gedanken die einem die Angst in die Knochen treiben und dann schwinge ich wie mit angezogener Handbremse. Dieser Satz hat das alles verändert. In solchen Momenten denke ich jetzt „Angst ist nur Fantasie. Denk nicht an das wovor du Angst hast sondern an das was du willst.“ Und es funktioniert!
In dem Spiel gegen den Letten habe ich so mein inneres Bauchgefühl total entspannt und ohne Druck halten können und ich kann mich an keine „unnötigen“ Fehler erinnern. Ich hatte das Spiel im Griff und gewinne solide mi 4:0.
Am Abend hatte ich dann das Match gegen den Gegner der auf dem Papier wohl der stärkste sein sollte – den Schotten Mark Owens. Ich kenne ihn schon lange und wusste das er gut spielen kann. ABER in diesem Spiel (Snooker) ist eigentlich total egal gegen wen man spielt denn anders als im Fußball oder Rugby, wo der Gegner direkten Kontakt zu einem hat, sitzt er beim Snooker nur rum und schaut zu. Also ist meine Aufgabe eigentlich nicht in erster Linie meinen Gegner zu schlagen sondern die Situation zu nehmen wie sie ist und das bestmögliche draus zu machen. Wie die Situation zustande kam, ob durch Glück oder wirklich gutes Spiel meines Gegners, ist vollkommen egal und sollte mich mental nicht beeinflussen.
Also habe ich ihn ziemlich ignoriert und mich nur auf das konzentriert was ich machen will. Zusätzlich habe ich noch gemerkt wie er zunehmend unsicherer wurde und er ist jemand der seine Gefühlswelt offen zeigt. Also hatte ich ziemlich bald das Gefühl zu wissen wo er ist und was er tun wird. Somit war ich relativ ruhig und entspannt. Also habe ich das Ding mit 4:2 nach Hause geholt. Bei meinem Spiel gibt es noch Luft nach oben aber es ist erfolgreich und das ist was wirklich zählt. Nur fand ich es in den ersten 2-3 Frames schwer mich so weit runterzuholen das ich in diesem „Tunnel“ oder „meditationsähnlichen Zustand“ war in dem man wirklich konzentriert ist. Ich war „zu wach“. Abendsessions scheinen mir nicht zu liegen. Morgens ist der Körper noch bisschen träge und ich komme besser rein in die „Comfort Zone“.
Gestern Abend durfte ich dann gegen Antony Brabin aus Zypern den ich auch schon ewig kenne und ich wusste das er eigentlich der gefährlichste Gegner wird in der Gruppe, nicht der Schotte von dem man allein wegen der Abstammung schon ausgeht das er im Kreissaal Snookern gelernt hat.
Ich bin drei Stunden vor dem Match ins Hotel und bin eingeschlafen. Dadurch hatte ich wieder viel Energie und hab es über das ganze Match nicht hinbekommen mich runterzuholen und zu konzentrieren. In diesem Match habe ich einige Bälle verschossen die normal drin sein sollten. Es waren, bis auf 1-2 Ausnahmen, keine leichten Bälle aber schon in meinem Repertoire normalerweise. Ich habe sie ständig zu weit links angezielt und getroffen. Ich habe mich aber im Spiel nicht getraut anders zu zielen weil ich darauf gehofft habe das ich es von selbst wieder „einpendle“. Passierte leider nicht. So konnte ich das Spiel leider nicht für mich entscheiden. Er hat auch gut gespielt und solide Breaks aufgebaut. Das 4:3 hätte also für beide sein können aber im letzten Frame hat er seine Chancen souveräner genutzt als ich.
Am Nebentisch haben noch meine beiden letzten Gegner gespielt und ich konnte ab und zu einen Blick riskieren. Der wohl stärkere von beiden ist der Süd-Afrikaner der Mark Owens (Schottland) auch mit 4:2 geschlagen hat. Der andere ist ein Pole der auch was trifft. Es gibt keine leichten Gegner auf der WM, wie es scheint. Aber das ist gut, so hat man Knock-Out-Druck schon in der Gruppe. Das war ja in den letzten paar Turnieren (bis auf die EM in der ich Luca Brecel im Achtelfinale schlug und ins Halbfinale kam) mein großes Problem. In den Gruppen habe ich super gespielt und bin meistens auch erster geworden, nur als dann der Druck des Ausscheidens da war habe ich locker 40-50% schlechter gespielt. Vielleicht krieg ich es diesmal besser hin… aber ersmal diese Gruppe überstehen.

 

127 Clearance und sicherer 4:1 Sieg

Sascha in Daugavpils beim 127er Break

Hoppa!! (mit freundlicher Genehmigung der Urheber Roman & Kiki) 4:1 gegen den Polen gewonnen.
Im ersten Frame hab ich mich von Anfang an gut gefühlt und kam nach ein paar Safetys in die Bälle... 127 Clearance... sorry WHAT?!
Er schien davon nicht beeindruckt und nutzt schwere Longpots zu Breaks und holt sich den zweiten.
Im dritten und vierten nutze ich meine Chancen zu Breaks das er Snooker braucht oder kurz davor war... Rote oder Farben absichtlich an die Banden als Versicherung totgelegt... sicher 3:1.
Im letzten gings viel hin und her und ich konnte mich durch kleinere Breaks und totlegetaktik über die Ziellinie retten.
Morgen hab ich frei... Montag dann mein letztes Gruppenmatch gegen den Süd-Afrikaner.
Buenas Noches!

 

Gruppenphase auf Platz 1 beendet

Heyjajaja heeeyjajaja *Regentanz um den Tisch mach*
4:2 gegen den Süd-Afrikaner gewonnen. War nicht das gelbste vom Ei aber in den Frames die ich gewonnen habe war ich in wichtigen Momenten da und hab meine Chancen gut genutzt. Damit konnte ich mir den 1. Platz in der Gruppe trotz der Niederlage gegen Antony Brabin sichern weil ich das bessere Frameverhältnis hatte. Jetzt hab ich zwei Tage frei Ich werd mich dann wohl am Trainingstisch abrackern. Na denn...

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