Sascha bei der Europameisterschaft 2014

10.06.2014.18:02

Vom 1. bis 11. Juni fanden die diesjährigen Europameisterschaften der Damen, Herren und Senioren in Sofia (Bulgarien) statt und Sascha war wieder mit dabei.

Der Weg dorthin war für Sascha jedoch etwas schwieriger als übrlich denn er musste die Ausrichter der EM bitten ihn einen Tag später starten zu lassen da er am Sonntag den 01. Juni noch die Exhibition mit Ronnie O'Sullivan und Steve Davis zu spielen hatte. Als diese dann um etwa 23Uhr in München zuende ging musste er noch seinem Vater helfen den von Snookerservice.de zur Verfügung gestellten Snookertisch abzubauen und konnte sich erst um 1:47Uhr (kein Witz) auf den Weg nach Wien begeben, von woaus er dann mit dem Flugzeug weiter nach Sofia reiste. Gegen 10Uhr Vormittags kam er dann dort an und spielte um 16Uhr seine erste Gruppenpartie gegen einen Spieler aus Israel.

Das Deutsche Team   Jamie Bodle aus England

Ohne eine Minute Schlaf konnte er zwar die Leistung nicht abrufen die er bei der Exhibition gezeigt hatte, gewann aber trotzdem mit 4:1. Also ein gelungener Start nach dieser Tortur. Bei Europameisterschaften hat man in der Regel ein Spiel pro Tag und den Rest des Tages frei. Oft hat man während der Gruppenphase dann einen Tag frei weil es zu viele Begegnungen gibt und zu wenig Tische um alles in einem Schwung durchzuspielen ohne Pausen. Leider verabschiedete sich ein Bulgarischer Spieler von dem Turnier, wodurch Sascha zwei freie Tage hatte.

In der Woche vor der EM besuchten ihn Felix Frede aus Hannover und Lukas Kleckers, der aktuelle Deutsche Meister Herren und U21, um mit ihm zu trainieren. So verbrachten sie ein paar Tage mit ernsthaftem Training und bereiteten sich ordentlich auf die EM vor.

Durch die zwei Tage Pause kam Sascha nicht so richtig in den "Turnier-Modus" und konnte in seinem letzten Gruppenspiel nicht den Gruppensieg gegen Gary Thomson aus Schottland holen. Er unterlag ihm mit 1:4 und spielte nicht auf gutem Niveau. In der Runde der letzten 64 traf er dann erneut auf einen Israeli den er mit 4:2 niederrang um in die Runde der letzten 32 einzuziehen. Dort wartete dann ein schwereres Los auf ihn.

Mitchell Mann aus England war im Vorfeld als einer der Titelfavoriten gestartet. Sascha schaffte es aber rechtzeitig sich ins Turnier zurückzubringen und ging zur Mid-Session-Pause mit 3:1 in Führung. Er bat die Schiedsrichterin und seinen Gegner um 15 anstatt 10 Minuten Pause da er kurz aufs Zimmer musste. 5 Minuten vor Ablauf der Zeit stand er dann vor den Fahrstühlen und wartete und wartete aber der Fahrstuhl kam nicht. So musste er 12 Stockwerke die Treppen runterlaufen um gerade noch rechtzeitig am Tisch zu sein bevor die Schiedsrichterin ihm einen Frame aberkennen hätte müssen.

Durch den Stress kam er aus seiner Konzentration und ab dann ging es abwärts. Den nächsten Frame konnte sich Mann sichern. Im übernächsten konnte Sascha eine Clearence bis Schwarz spielen, die er aber noch brauchte. Diese klapperte und weil er sanfter spielte als geplant blieb sie im Loch liegen und Mann glich zum 3:3 aus. Im nächsten Frame gings souverän für den Engländer mit einem 80er Break und er ging mit 4:3 in Führung.

Im 8. Frame ging der Brite weit in Führung aber Sascha bekam auf die 5. letzte Rote eine Chance und legte ein Break von 50 Punkten hin um auszugleichen. Er stellte sogar perfekt auf Gelb aber bekam auf Grün einen schlechten Kontakt und spielte sie dazu noch viel fester als geplant - was wohl der Nervösität verschuldet war - und verschoss sie auf die Mitteltasche. Mann konnte sich zwar die Grüne holen doch verschoss Braun. Sascha lag fast gerade auf Braun und musste sie nur zurück ziehen auf Blau und Pink lag vor der Tasche, was den Frame und den Ausgleich bedeutet hätte. Doch wie es Snooker manchmal so will rutschte er auf Braun ab und verschoss die Braune. Mann konnte zwar Braun nicht direkt versenken aber spielte eine gute Sicherheit die Sascha unter Druck setzte und er konnte die Weiße nicht sicher hinter Schwarz ablegen.

So blieb für Mann ein Longpot liegen und er versenkte ihn. Doch die Weiße hörte nicht auf zu rollen und sie rollte so weit das er sich selbst hinter Pink snookerte. Das Schicksal schien wieder auf Saschas Seite. Mann musste mit einem Bogenball um Pink rum an die lange Bande spielen um Blau zu treffen. Der Bogen kommt, er trifft Blau und Zack, sie fällt direkt in die Mitteltasche... Sascha benötigt Snooker. Einen Versuch auf Pink ging er noch an doch der Versuch war zu schlecht und Mann konnte auch Pink zum Frame und Matchentscheid lochen.

Sascha nach der Niederlage: "Ich hatte genug Chancen um das Match zu gewinnen und auch wenn das letzte Frame sehr unglücklich lief hat er den Sieg verdient weil er weniger Fehler gemacht hat als ich."

Der Sieger der EM - Mitchell Mann

Mitchell Mann war nach dem Match sichtlich erleichtert und hatte scheinbar viel Respekt vor dem Deutschen denn in den danach folgenden Matches wirkte er viel selbstbewusster und wurde immer sicherer. So gewann er am Ende dann sogar noch das Turnier und wurde Europameister der Herren 2014. Zu dem Titel erhielt er damit auch eine Wild-Card für die Main Tour und hat nun 2 Jahre die Chance sich mit den Größten dieses Sports zu messen.

Wir wünschen viel Erfolg!

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